D-LEsta, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 2799, Bl. 30
- Titel
-
- 1896-05-12 Carl Reinecke an Breitkopf & Härtel
- Signatur
-
- D-LEsta, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 2799, Bl. 30
- Ort des Bestandes
- Bestand
- Absender
- Ort des Absenders
-
- Leipzig
- Empfänger
- Ort des Empfängers
-
- Leipzig
- Sprache
-
- Deutsch
- Inhalt
-
- Carl Reinecke übersendet Gutachten zu verschiedenen Kompositionen
- Transkript
-
- Leipzig, 12. Mai 1896
Geehrte Herren!Pavelko JolanRomance. Ganz niedlich, aber unbedeutend.
Paul Gläser Requiem. Ein stimmungsvolles tüchtiges Stück.
Bollinger Op. 1 No. 1–3. Der Componist, so viel mir bekannt gegenwärtig Schüler vom Conservatorium, ist nicht ohne Talent, indeß sind diese Clavierstücke noch etwas unreif.
Jockisch Op 9 Die Stücke verrathen den Guten, ernsten Musiker, dem jedoch wenig spontane Erfindungsgabe zu Gebote steht.
Trautner Op 41 No. 1 u. 2. Tüchtige Studien, die aber als Kunstwerke an sich nicht von
/
Bedeutung sind.
Gustav Haug Op 11. Dilettantisch.
Grube Zigeunermusik. Gehört zu dem Absurdesten was mir als Musiker im Leben je vorgekommen ist. In Folge dessen möchte es heutzutage Beachtung finden können. Ich freilich würde den Componisten für verrückt und impotent erklären.
Fischer Königshymne. Eine wohlklingende und erfreuliche Composition.
Trenecek Slawische Suite. Esistsind offenbar Slawische Tanzmotive, welche bis zum Ueberdruß verarbeitet sind. Uebrigens so unpraktisch für die vier Hände geschrieben, daß man die Suite an vielen Stellen garnicht spielen kann.
31)
Fr. Röhl. Largo von Beethoven. Die Bearbeitung ist nicht sehr zu loben
Röhl. Fern von ihr! Romanze für Viol. Nicht übel. In der Bearbeitung für Viol. Harmonium und Clavier vielleicht zu bringen. Als Solostück mit Orchester wird wohl Niemand es spielen.
–
Was das Henselt’sche Concert anlangt, so ist meiner Ansicht nach die Instrumentirung ganz genügend, wenngleich man sich dieselbe meisterlicher denken könnte. Jedenfalls ist sie reichlich so gut wie die Instrumentirung der Chopin’schen Concerte, welche man sich doch auch schon eine ganze Weile gefallen läßt, wie sie ist. Ja, die neue Instrumentirung des E-moll Concertes von Chopin von Tausig (bei Ries & Erler erschienen) wird wenig gebraucht und mißfällt mir viel mehr als das Original. Ich meine
/
daß es viel zu weit geht, wenn man sich in solcher Weise am Bestehenden vergreift.
Hochachtungsvoll
Ihre ganz ergebenen
Carl Reinecke
- Leipzig, 12. Mai 1896
- Umfang
-
- 2 Blätter, 4 Seiten
- Bemerkung
-
- Handschrift
- Paul Gläser: „Requiem f. Bar., kl. Orch., Org. u. Harfe. Klavierauszug“ op. 16 erschien
im September 1896 im Verlag.
Samuel Bollinger: „Drei Stücke f. Pfte“ op. 1 erschien im Juli 1896 bei Grude in Leipzig. - unklar: Pavelko Jolan, Jockisch, Trautner, Grube, Fischer
- Datum
-
- 12.05.1896
- Personenreferenz
- Werkreferenz
- Schlagworte
- Bearbeiter:in
-
- mayer
- Bearbeitungsstatus
-
- in Arbeit
- Statische URL
- https://musiclpz.dl.uni-leipzig.de/receive/MusicLpzLetter_letter_00002015
- MyCoRe ID
- MusicLpzLetter_letter_00002015 (XML-Ansicht)
- Lizenz Metadaten
- CC0 1.0
- Anmerkungen zu diesem Datensatz senden