D-LEsta, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, 0344 Kopierbuch H, 15. August–18. September 1889, Bl. 476
- Titel
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- 1889-08-31 Breitkopf & Härtel an Carl Reinecke
- Signatur
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- D-LEsta, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, 0344 Kopierbuch H, 15. August–18. September 1889, Bl. 476
- Ort des Bestandes
- Bestand
- Absender
- Ort des Absenders
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- Leipzig
- Empfänger
- Ort des Empfängers
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- Leipzig
- Sprache
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- Deutsch
- Inhalt
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- Breitkopf & Härtel erläutern Schwierigkeiten bei der Erstellung von Stimmenausgaben nach den Stimmen des Gewandhausorchesters bzw. den kritischen Gesamtausgaben und bitten Reinecke um seine Einschätzung
- Transkript
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- 31. August 1889
K. 1043.
Mit einem schönen Willkommengruß verbinden wir den Wunsch, daß die Reise einen wohlthätigen Einfluß auf Sie gehabt haben mag, und Sie neugekräftigt zurückgekehrt sind.
Verzeihen Sie, wenn wir Sie in den ersten Tagen, wo Sie gewiß noch der Ruhe pflegen werden, nochmals mit der Angelegenheit der Stimmenrevision in welcher Sie uns freundlichst beraten haben, behelligen, wir sind etwas eilig damit.
Wir haben nach den Stimmen des Gewandhausorchesters inzwischen mit der Arbeit beginnen lassen und sind dabei noch auf mancherlei gestoßen, was vor Durchführung der Sache noch erwogen werden muß. Die schwierigste und sehr zu bedenkende Frage besteht bei den Stimmen der kritischen Gesamtausgaben. Es sind diese nach den Partituren einheitlich ohne jede Zuthat durchgeführt. Nun hat man freilich manchmal in den Stimmen praktische Hinweise und Andeutungen sehr vermißt, doch wir haben an dem Programm, Zuthaten auszuschließen, festgehalten, nur in einigen besonderen Fällen
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sind solche aufgenommen und durch Parenthesenbogen kenntlich gemacht worden. Wenn sich nun auch mit der Zeit das Bedürfnis gerade bei den Werken der Klassiker der Musik, welche doch mehr und mehr Gemeingut geworden sind, praktische Andeutungen zu haben, herausgebildet hat, so fragen wir uns doch, ob neben den kleineren Orchestern, welche die praktischen Einrichtungen ohne Zweifel willkommen heißen werden, auch die Mehrzahl der größeren Orchester diese gutheißen werden, oder ob doch noch bei alle den guten Bezeichnungen Meinungsverschiedenheiten entstehen können, sodaß diejenigen, welche anderer Meinung sind, doch nach unbezeichneten Stimmen greifen.
Wir senden Ihnen beigehend das durchgesehene und nach den Stimmen des Gewandhausorchesters bezeichnete Streichquartett von Beethoven, V. Symphonie und auch das Streichquartett von Mozart, 30. Symphonie. Der Revisor hat bei ersteren noch folgende Fragen offen gelassen:
1.) Soll in den Streichinstrumenten im I. Satz bei C nicht ff zum zweiten Achtel? (S. 12 der Partitur)
2.) Soll ebenfalls in den Streichinstrumenten im 13. Takt nach C des I. Satzes p oder f stehen?
und in den Bässen das ff zum zweiten Achtel kommen?
3.) Soll es in den Bässen und im Contrafagott im IV. Satze nach dem Wiederholungszeichen
des 1. Teiles bei [2. Klammer] nicht [Notenbeispiel] wie bei [1. Klammer] heißen?
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4.) Können im I. Satze nach C (12. Seite der Partitur) und kurz vor dem Schlusse desselben
(21. Seite der Part.) die rit. mit darauffolgenden a tempo in die Stimmen eingetragen werden?
Über Mozarts Symphonie schreibt und unser Revisor, daß dieselbe wie alle andern Werke Mozarts sehr wenig Nuancirungen habe, und daß es vielen Musikdirektoren sicher erwünscht sein würde, gerade bei Compositionen dieses Meisters Fingerzeige über den Vortrag vorzufinden. Er hat in dem Werke in dem Streichquartett mit grüner Tinte und in der Partitur mit Blaustift eingezeichnet, was er davon in den Gewandhausstimmen vorgefunden hat. Als Redacteur der Mozartschen Symphonie erlauben wir uns Ihnen die Partitur vorzulegen und auch darüber um Ihre gefällige Meinung zu bitten.
Unter dem halben Dutzend Werke, welche wir bis zur Zeit haben durchsehen lassen, befinden sich einige, welche im Gewandhausorchester nicht bezeichnet sind. Das Streichquartett solcher müßte wohl der Gleichmäßigkeit wegen noch bezeichnet werden, haben Sie uns dabei vielleicht Vorschläge zu machen?
Kleine Freiheiten kann man sich wohl bei den Stimmen der kritischen Gesamtausgaben erlauben ohne den Ausgaben selbst, welche doch in der Partitur die getreue Wiedergabe bieten, zu nahe zu treten, aber ob man so weit gehen kann, wie die vorliegenden Stimmen zeigen, und
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namentlich ob die veränderten Bogen usw. eine wesentliche Verschiedenheit mit der Partitur herstellen und für den Dirigenten von großer Störung sein können, ist für uns noch eine offene Frage, in welcher wir Sie bitten, uns freundlichst zu beraten.
Die Titel und Überschriften und Instrumente, welche deutsch umgeändert worden sind, denken wir, um die Platten nicht allzusehr anzugreifen, und auch um die Arbeit nicht allzusehr auszudehnen, zu belassen wie sie in den Platten stehen. Die Ausgabe, welche wir mit den Stimmen vorhaben, worüber wir Ihnen am 18. Juni ausführlich schrieben, soll eine durchweg praktische sein, und wir bitten Sie deshalb recht sehr, bei Ihrer freundlichen Beratung dies besonders ins Auge zu fassen.
Wir sehen Ihren freundlichen Nachrichten entgegen und zeichnen
hochachtungsvoll ergeben
Breitkopf & Härtel
- 31. August 1889
- Umfang
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- 4 Seiten
- Bemerkung
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- Handschrift
- Datum
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- 31.08.1889
- Personenreferenz
- Werkreferenz
- Schlagworte
- Bearbeiter:in
-
- mayer
- Bearbeitungsstatus
-
- fertig
- Statische URL
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- Lizenz Metadaten
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